Erste Hilfe für schwer zu deutende Kombinationen im Lenormand

Erste Hilfe für schwer zu deutende Kombinationen im Lenormand

Jeder Lenormand-Deutende kennt das gefürchtete Phänomen: Vertieft in eine spannende und aufschlussreiche Lenormand-Legung scheint die Deutung wie von selbst zu laufen. Die Karten sprechen förmlich mit einem, und die Kombinationen lassen sich spielend einfach und sinnvoll interpretieren. Die Antworten reihen sich wie an einer Perlenkette auf. So könnte es immer weitergehen …

Doch dann taucht sie plöt

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zlich auf wie ein „Schreckgespenst“: Die kryptische Kombi – ein Buch mit sieben Siegeln, ein gordischer Knoten, eine Sphinx voller Rätsel… Angesichts dessen scheint der Deutungsmut im Nu dahinzuschwinden. Was tun? Grübeln, (Ver-)Zweifeln, Durchbeißen oder Hinschmeißen? An dieser Stelle könnte man leicht in den Glauben fallen, selbst Rat zu brauchen, statt welchen geben zu können.

 

Hier kommt er – der Notfallplan

  1. Keep calm und carry on

Auf schwierige zu deutende Kombinationen trifft man in jedem beliebigen Orakelsystem immer wieder. Auch ein Psychologe oder Programmierer weiß manchmal nicht prompt zu jedem Problem die richtige Antwort, ist sogar ratlos. Natürlich passiert auch mir diese Situation nach all den Jahren und vier verfassten Lenormand-Lehrbüchern immer noch! Viele stellen an einem solchen kritischen Punkt ihre Fähigkeiten in Frage. Aber Lenormand ist nicht nur eine Frage des Wissens und der Erfahrung, sondern vor allem auch eine geistige Übung in Gelassenheit und Geduld mit sich selbst. Denken Sie in diesen Moment, wo Sie vor einer scheinbar unergründlichen Kombination stehen, immer an all die Aufgaben, die Sie während ihrer beruflichen Ausbildungszeit, in der Erziehung mit den Kindern oder mitten im Alltag des Lebens gemeistert haben. Und da gab es sicherlich tausend Mal schwerere Herausforderungen als diese eine tückische Lenormand-Kombi, die sich Ihnen gerade verschließt. Was sind dagegen ein paar schwer verständliche Lenormandkarten? Es ist nur eine kleine Kombi und keine wilde Raubkatze, die Sie provoziert, darum keine Panik! Verwerfen Sie den Gedanken, dass Sie nicht gut genug sind, um die Karten richtig zu deuten. Sie stehen gerade nur vor einer Herausforderung!

  1.  Nicht festbeißen

Wenn Sie merken, dass Sie sich nach ein paar Minuten des Nachdenkens immer noch keiner Lösung, nicht mal einem möglichen Ansatz genähert haben, macht es keinen Sinn, sich weiter mit der Kombi abzugeben. Auch dann nicht, wenn sie für den Gesamtzusammenhang sehr wichtig erscheint. Es empfiehlt sich, die Kombination erst einmal zurückzustellen, um den Fluss der Deutung nicht weiter zu unterbrechen. Sobald Sie sich an dieser einen Stelle festgebissen haben, kommen Sie nämlich ganz aus dem Konzept und verlieren womöglich den roten Faden. Genau das sollte nicht passieren. Wenn man für sich selbst legt, ist dieser Umstand alles andere als dramatisch, aber gegenüber eines Klienten wird der „Hänger“ schnell sichtbar und könnte für Verunsicherung auf beiden Seiten sorgen. Setzen Sie also dort wieder ein, wo Sie sich auf Anhieb mit den Karten vertraut und sicher fühlen. Was am besten funktioniert: Am Ende der Legung – wenn Sie einen festen Gesamtüberblick und damit deutliche Aussagen gewonnen haben – zur Baustelle zurückkehren. Oft erscheint die schwer zu deutende Kombi dann in einem anderen Licht. Sie wird sich einfacher entschlüsseln lassen, weil Sie sie besser einzuordnen wissen. Angesichts einer fast fertigen Legung sind Sie auch schon viel entspannter.

  1. Der Weg des geringsten Widerstandes

Nun habe ich noch einen ultimativen Praxistipp für Sie, der ich auch gerne und immer wieder in meinen Lenormandkarten-Kursen weitergebe. Die einfachste Herangehensweise an schwere Kombis besteht darin, sich einen Ausgangspunkt zu suchen. Stellen wir uns eine typische Kombination aus drei Karten vor. z. B. Kreuz, Berg und Wege. Suchen Sie sich nun die Karte heraus, die für Sie in ihrer Bedeutung am besten zugänglich ist. Vermutlich werden hier 90 % aller Deutenden die Wege in Betracht ziehen. Sehr naheliegend, denn das Bedeutungsspektrum der Wege ist recht klein. Halten wir mal pauschal fest, es könnte um eine Entscheidung gehen. Ok, damit haben wir doch schon mal einen ersten Ansatz ohne viel Aufwand gefunden. Denn meisten von Ihnen wird vermutlich das Kreuz am schwersten fallen. Folglich ist es ratsam, es hinten anzustellen. Immer die Karte, die am unschlüssigsten erscheint, wird gedanklich erst einmal beiseitegeschoben. Sicherlich werden Sie sich spätestens jetzt fragen, warum ich nicht wie gewohnt von links nach rechts deute! An diese Deutungsregel muss man sich nicht immer halten. Das wäre bei weitem zu streng und festgefahren, denn schon alleine bei Karten mit zwei Gesichtern (Erklärung dazu in meinem Buch „Der Lenormandkarten-Lehrgang“, Basiskurs I und II“), muss ich die Regel übern Haufen werfen. Und auch sonst ist es nicht gesagt, dass eine Kombi immer nur in diese eine Richtung lesbar ist! Es kommt vielmehr darauf an, eine Beziehung zwischen den Karten herzustellen und das kann von einem beliebigen Punkt ausgehen. Der Weg führt also nicht immer direkt von A nach B nach C, sondern manchmal von C nach B nach A oder anders. Zurück zum Beispiel: Nach den Wegen (entspricht Punkt C) wenden wir uns dem Berg zu. Was macht ein Berg mit den Wegen? Hier ist kindliche Vorstellung gefragt (Wie die Deutung anhand von Bildern spielend leicht funktioniert, erfahren Sie hier). Der Berg zieht den Weg des Wanderers in die Länge, weil er erst überwunden werden muss. Er ist für den Wanderer hinderlich. Die Entscheidung wird also aufgeschoben. Aus welchen Gründen auch immer. Wichtig ist aber noch das Kreuz. Ich empfehle, in Kombis mit Kreuz, dieses immer erst zum Schluss mit den anderen zu verbinden und nie damit anzufangen! Das Kreuz sagt uns: Etwas muss sein oder will geprüft werden oder untersteht einer höheren Führung. In unserem Fall könnte es also ermahnen: Schiebe eine Entscheidung auf, sie ist jetzt noch nicht dran! Oder alternativ: Prüfe, warum du eine Entscheidung vor dir herschiebst!

Zusammengefasst: Wir haben also bei dieser Kombination das Pferd von hinten aufgesäumt, indem wir von herkömmlichen Deutungsgewohnheiten abgewichen sind. Wir haben uns die Tür zur Lösung über die am einfachsten zugängliche Karte erschlossen und konnten somit die schweren Brocken wesentlich leichter aus dem Weg rollen, als wenn wir uns zuerst mit ihnen beschäftigt hätten. Somit haben wir nicht nur Frust vermieden, sondern auf unkomplizierteste Weise eine zuverlässige und schlüssige Aussage erarbeitet!

Im nächsten Artikel zeige ich Ihnen anhand konkreter Kombinationsbeispiele wie sich dieser Praxistipp immer und immer wieder bewährt!

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