Märchenhaftes Lenormand – die Magie der Eulen, die Zahl 12 und „Die zertanzten Schuhe“ – Teil 1

Märchenhaftes Lenormand – die Magie der Eulen, die Zahl 12 und „Die zertanzten Schuhe“ – Teil 1

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Jean-Honoré Fragonard – the Swing (1767)

Heute habe ich ein wunderschönes Märchen der Brüder Grimm herausgesucht, das nahezu alle wichtigen Bedeutungen, sogar die psychologischen und spirituellen, der Lenormandkarte Die Eulen widerspiegelt.

Wie helfen Märchen dabei, die Lenormandkarten noch besser zu verstehen?

In meinem neuen Buch “Die fabelhafte Welt des Lenormand” spielen Märchen eine große Rolle. Denn viele Symbole, die uns aus dem Lenormand vertraut sind, kennen wir bereits seit Kindertagen aus den Märchen, auch wenn uns das nicht mehr so bewusst ist. Schneewittchen schläft in einem Sarg, Aladin befreit sich mit seiner Wunderlampe aus einem Berg, die Geschichte der Schneekönigin beginnt mit Rosenranken (Motiv der Blumen), über die sich zwei Menschenherzen miteinander verbinden, in der Gänsemagd wird ein Pferd (Teil der Karte der Reiter) Mittler zwischen Diesseits und Jenseits usw. Da Märchen uns wie das Lenormand über Bilder ansprechen, haben sie eine starke seelische und emotionale Wirkung – auch auf uns Erwachsene. Es gibt für jeden eine Botschaft, die genau das weckt, was in uns schlummert. Wir lernen uns selbst besser zu verstehen und verstärken unseren Glauben an das Gute. Oft erhalten wir durch das Eintauchen in die Welt der vielsagenden Bilder auch Wegweiser oder sogar Lösungen für schwierige Lebenssituationen. Und der Umgang mit Symbolsprache stärkt das Verständnis für das Lenormand.

Sobald wir uns wieder mit den Symbolen aus den Märchen verbinden, empfangen wir erkenntnisreiche Botschaften und tiefliegendes Wissen über die Bedeutung dieser Symbole im Lenormand!

Für mich persönlich war die Reise durch die Märchenwelt während meiner Arbeit an dem Buch so spannend und bereichernd, dass ich Sie gerne mit Ihnen zusammen fortsetzen möchte. Anlässlich der Neuerscheinung Der fabelhaften Welt des Lenormand möchte ich die neue Serie “Märchenhaftes Lenormand” fortführen. Nachdem wir Rapunzel in den Turm gefolgt sind, begeben wir uns heute auf die geheimnisvolle, nächtliche Reise der zwölf Prinzessinnen in dem Grimms Märchen „Die zertanzten Schuhe“. Im ersten Teil werden wir uns mit dem Motiv der Eulen beschäftigen, dass diesen Märchen durch und durch prägt. Weiter geht es mit den psychologischen und spirituellen Bedeutungen der Eulen im Gegenlicht des Märchens in Teil Zwei. Im dritten Teil wird sogar eine ganze Reihe von Lenormandkarten im Spiegel dieses außergewöhnlichen Märchens betrachtet.

Die Märchen werde ich immer nur in kurzen Abschnitten und Ausschnitten nacherzählen. Wer Die zertanzten Schuhe nochmal im Ganzen nachlesen möchte, findet das Märchen hier.

 

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Schlaraffenlandland – O. Herrfurth, Anfang des 19. Jhd.

Ein König hatte zwölf Töchter, die zusammen in einem prunkvollen Saal schliefen. Jeder Nacht verriegelte er die Tür, damit sie keine Dummheiten machten. Doch wenn er morgen wieder nach ihnen sah, fiel sein Blick auf die zertanzten Schuhe der Prinzessinnen. Weil er keine Erklärung dafür fand, ließ er im Land verkünden: Wer herausfindet, wo seine Töchter des Nachts tanzen, wird eine davon zur Frau nehmen und später König werden dürfen. Wem es binnen drei Tagen und drei Nächten nicht gelingt, muss sein Leben lassen. Derweil verschwanden die Königstöchter Nacht für Nacht aus ihrem Betten, zogen sich ihre hübschen Schühchen an und entflohen zum Tanzen an einem geheimen Ort. Über das Klopfen an ihrem Bettchen eröffnete die Älteste den von Laubbäumen gesäumten Gang, der sie zuerst zu einem See führte, von dem aus sie mit kleinen Booten zu einem prächtigen Schloss in ein entlegenes Reich gelangten.

Schon mit der Anzahl der Töchter (12) fällt die erste Parallele zu den Eulen im Lenormand auf. Sie sind die zwölfte Karte. Wie die Energie der Eulen über die Verbindung der Zahl Zwölf dieses Märchen immer weiter durchdringt, sehen wir jetzt: Das Leben der Prinzessinnen spielt sich nur nachts ab. Die undurchdringlichen Sphären der Finsternis und der Übertritt in eine andere, bei Tag verschlossene Welt entsprechen dem mysteriösen Wesen der Eulen. In meinem neuesten Buch gehe ich gründlich darauf ein, welche Rolle die Eulen in Mythen und Legenden als Hüterinnen der Unterwelt spielen. Geschätzt als weise, vorausahnende Ratgeber, aber auch gefürchtet für ihre magischen Fähigkeiten, galten die Eulen seit jeher als Mittler zwischen der irdischen und der geistigen Welt. Und um eben diese geht es in dem Märchen.

Über einen Schleichweg verschwinden die Mädchen jede Nacht in ein anderes, nach außen nicht zugängliches Reich. Es ist der Abstieg zu einem unterirdischen, zauberhaft eingehüllten Schloss, der sie der realen Alltagsleben entfliehen lässt. An diesem Ort scheinen alle weltlichen Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt. Es gibt keine Regeln, keine Verpflichtung, keine feste Struktur oder gar strenge Ordnung. Der mächtige Tanzsaal des Schlosses soll den buchstäblichen Freiraum symbolisieren, den die Schwestern genießen. Der sie tanzen, flirten und feiern lässt bis zum Morgengrauen. Selbstbestimmung, ungeordnete Verhältnisse und Freiheit sind die genau die Attribute, die ich den Eulen schon immer zugeschrieben habe. In diesem Abschnitt des Märchens, in dem die jungen Frauen heimlich ihre wilde, ungebundene und emanzipierte Seite ausleben, spiegelt sich die Grundbedeutung der Eulen am allerbesten. Noch dazu bedienen die jungen Königstöchter sich eines Zaubers, um ihre eingeschlossene Welt nachts in eine große, offene Bühne zu verwandeln. Die bereits angesprochenen magischen Fähigkeiten der Eulen werden darin gegenwärtig. Die Töchter handeln dabei gegen den Willen des Vaters. Es ist ihre Art gegen seine Vorstellungen von Sitte und Moral zu rebellieren. Auch scheinen die Mädchen keine starke Bindung zu ihrem Elternhaus zu haben. Dem Vater gelingt es in keiner Weise sie zu halten, und seinem Willen entsprechend zu erziehen. Zu jener Zeit, als die Grimms Märchen weltberühmt wurden, war es aber so, dass in der Familie der Vater das Sagen über alles und jeden hatte und keiner sich seiner patriarchalischen Führung widersetzen durfte. Somit bedeutet die Entgleisung seiner Töchter für den König eine Ohnmachtssituation sondergleichen. Man könnte fast von einer Entmachtung sprechen. Das Wilde, Widerspenstige, kaum Bezähmbare ist ein typischer Ausdruck der Eulen, die sich genau wie die zwölf Prinzessinnen von nichts und niemandem etwas vorschreiben lassen wollen.

In Teil 2 geht es direkt mit dem psychologischen und spirituellen Wissen über die Eulen weiter:

Märchenhaftes Lenormand – die Magie der Eulen, die Zahl 12 und „Die zertanzten Schuhe“ – Teil 2

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