Was bedeuten Karten, die beim Mischen herausfallen?

Eines der größten Phänomene des Kartenlegens (ob mit Lenormand, Skat, Kipper oder Tarot) kennen wir alle: Karten, die beim Mischen herausfallen und manchmal sogar mit hohen Bogen herausspringen. Dass diese Lenormandkarten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, ist wohl klar. Doch welche Bedeutung steckt genau dahinter? Warum verhalten sich Karten so sprunghaft und welche Auswirkung haben sie auf unsere Deutung? Was ist, wenn gleich mehrere Karten herausfallen?

Das Mischen der Lenormandkarten ist ein enorm wichtiger Vorgang beim Kartenlegen. Nicht nur deshalb, weil er bestimmt, wie die Karten anschließend liegen werden. Schon die Art, wie sich die Karten in der einzelnen Situation mischen lassen, verrät viel darüber, wie leicht oder schwer zugänglich das Kartenbild sein wird! Darüber berichte ich an anderer Stelle.

Zunächst unterscheide ich bei herausfallenden Karten danach, ob sich der Stapel schwer oder leicht mischen lässt.

Schwer zu mischende Karten

Schwer zu mischende Karten sind solche, die sich zäh wie Kaugummi anfühlen und einfach nicht von der Stelle gleiten wollen. Ein solcher Stapel lässt sich meist nur im langsamen Tempo mischen, weil es ständig hakt. Dabei geschieht es häufiger, dass sich ein ganzer Pulk herauswindet oder herausfällt. Dem schenke ich wenig Beachtung, sondern schiebe ihn einfach wieder zurück. Handelt es sich um einen kleinen Stapel, der sich entfernt, sehe ich die Karten nicht einmal an, weil ich weiß, dass bei schwer zu mischenden Karten ständig welche abhanden gehen. Es sind zu viele, um ihnen allen eine Bedeutung beizumessen. Alles, was über drei herausfallende Karten in einem Schwung hinausgeht, verliert sowieso an Aussagekraft und damit an Relevanz für die spätere Deutung.
Bei schwer zu mischenden Karten rechne ich also, dass es zu „Ausfällen“ kommt. Nur dann, wenn sich eine Karte komplett vom Stapel löst, indem sie regelrecht hüpft, ist sie für mich beachtenswert.

Leicht zu mischende Karten

Ist ein Stapel leicht zu mischen, laufen die Karten problemlos durch. Sie bleiben alle zusammen, kleben nicht aneinander und verkanten sich auch nicht. Nach meinem Empfinden sind die Karten dabei förmlich beschwingt, wodurch das Tempo beim Mischen recht hoch ist. Schwer zu mischende Karten verhalten sich also wie zähflüssiger Verkehr. Leicht zu mischende Karten wie Fahren auf freier Fahrbahn. Manche Karten sind dabei so beschwingt, dass sie fast „beschwipst“ aus der Reihe tanzen. Entweder fallen sie ohne starke Dynamik heraus oder sie machen einen großen Satz und fliegen durch die Luft. Somit unterscheide ich nach herausfallenden und herausfliegenden bzw. springenden Karten.

Herausfallende Karten

Auch hier kommt es wieder auf die Anzahl an, mehr als drei ist quasi ungültig. Weniger als drei sind dabei hochinteressant. Diese sehe ich mir an und merke sie mir. Für mich ist es nicht so, dass diese Karten bereits eine Antwort auf die Frage liefern. Das tun für mich ausschließlich die herausspringenden Karten, weil dieses Phänomen am wenigsten häufig geschieht. Alles, was wenig bis selten vorkommt, hat beim Kartendeuten immer hohe Relevanz. Dazu gleich mehr. Heraufallende Karten gibt es dagegen häufiger. Sind es zwei oder gar drei, achte ich darauf, ob es eine erkennbare Reihenfolge gibt. Fallen sie allerdings kunterbunt, kann man diese nicht ausmachen.

In der Großen Tafel achte ich darauf, wo die herausfallende Karte oder die herausfallenden Karten zu liegen kommen. Nach meiner Auffassung kann an dieser Stelle ein Knotenpunkt für die Deutung entstehen, vor allem wenn sich die Karte auffällig verhält. Das passiert z. B. bei Doppelungen, Platztausch oder Karten im eigenen Haus – den Top 3 in der Deutungshierarchie, zumindest nach meiner Lehre. Was sich genau dahinter verbirgt, erfahren Sie in meinem Buch „Der Lenormandkarten-Lehrgang, die Große Tafel“.

Spannend wird es, wenn die herausgefallene Karte in kleineren Legungen wiederauftaucht. Auch dort betrachte ich sie als eine Art Schlüsselkarte, die in dieser Legung einen dominanteren Part spielt. Allerdings sollte man sie auch nicht überbewerten, sondern immer noch den Gesamtkontext im Auge behalten. Angenommen es fällt die Sonne heraus, aber die Legung zeigt eine negative Tendenz, so kann die Antwort nicht wegen der Sonne ins Positive gezogen werden. Es ist aber stimmig, dass sich unter Berücksichtigung der Sonne die vermeintlich negative Entwicklung als Glücksfall erweisen kann.

Springende Karten

Wenn eine Karte beim Mischen wie Flipper aus dem Wasser springt, kommt ihr eine große Bedeutung zu. Dafür muss sie wirklich einen dynamischen Satz machen und nicht einfach nur herausfallen. Für mich ist dieses Phänomen nach wie vor schwer zu erklären. Jedenfalls nimmt diese Karte – es ist in aller Regel nur eine Einzelkarte – eine Sonderrolle ein. Sie kann eine Art Vorschau auf die Legung bieten, mitunter sogar eine Antwort auf die gestellte Frage liefern. Passiert das Springen sogar ein zweites Mal während demselben Mischvorgang, ziehe ich die Karten zu einer Kombination zusammen. Das ist aber ein Ausnahmefall. Beim Deuten gelten die gleichen Regeln wie bei den herausfallenden Karten. Springende Karten verfügen aber über die Zusatzfunktion, im Vorfeld eine Botschaft zu übermitteln. Diese muss allerdings wieder mit der anschließenden Deutung in Korrespondenz gebracht werden.

Lehnen Sie sich deswegen im Rahmen einer Beratung mit der Preview nicht zu weit aus dem Fenster, da sonst die Legung womöglich nicht hält, was die Springende Karte verspricht. Erwähnen Sie erstmal nur, dass Sie schon mal einen interessanten Hinweis erhalten haben. Stecken Sie die abtrünnigen Karten während dem Mischen unbedingt wieder zurück in den Stapel. Bei der Großen Tafel darf sie ohnehin nicht fehlen, aber auch bei kleineren Legungen sollte der Stapel immer vollzählig weitergemischt werden.

Lehnen Sie sich deswegen im Rahmen einer Beratung mit der Preview nicht zu weit aus dem Fenster, da sonst die Legung womöglich nicht hält, was die Springende Karte verspricht. Erwähnen Sie erstmal nur, dass Sie schon mal einen interessanten Hinweis erhalten haben. Stecken Sie die abtrünnigen Karten während dem Mischen unbedingt wieder zurück in den Stapel. Bei der Großen Tafel darf sie ohnehin nicht fehlen, aber auch bei kleineren Legungen sollte der Stapel immer vollzählig weitergemischt werden.

Heute ist wieder ein neues Lernvideo online gegangen. Ich freue mich, wenn Sie meinen YouTube Kanal abonnieren, liken und kommentieren.

2 Gedanken zu „Was bedeuten Karten, die beim Mischen herausfallen?

  1. Liebe Frau Bergmann, schon lange verfolge ich Ihren Blog und bin immer wieder begeistert, was Sie alles auf die Beine stellen. Hier habe ich das Gefühl, wirklich etwas zu lernen. Und Sie machen es mir verdammt einfach! Danke dafür! E. Steiner

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