Kennst du das Gefühl, wenn du auf ein Kartenbild schaust und spürst, dass die reinen Schlüsselwörter der Situation nicht ganz gerecht werden? Zwar sollten wir ausreichend Bedeutungen zu den Lenormandsymbolen kennen, doch müssen wir nicht immer nach Lehrbuch kombinieren. In manchen Fällen können wir ganz intuitiv über die Bildsprache die Kombination entschlüsseln. Wir müssen uns nur fragen: Was passiert in der Szene, die die Karten uns zeigen? Wie interagieren die Symbole miteinander?
Bei bestimmten Symbolen lohnt es sich oft, die Lehrbuch-Vokabeln beiseite zu legen und stattdessen eine neue Perspektive einzunehmen. Genau das ist der Moment, in dem Lenormand lebendig wird. Besonders beim Reiter, unserer Karte für Dynamik und Bewegung, passiert etwas Spannendes, sobald er auf andere Symbole trifft.
In meiner Lehre unterscheiden wir sehr genau: Ist der Reiter als Bote unterwegs oder nicht? Als Bote ist er ein reiner Impulsgeber, der Dinge in Gang setzt – er wird in dieser Funktion nicht klassisch kombiniert. Doch es gibt viele Positionen in der Großen Tafel, wo er diese Botenfunktion ablegt – etwa in den Diagonalen, im Herzstück, in Spiegelungen, in den bewussten oder unbewussten Ebenen oder auch abseits der Großen Tafel in kleinen, psychologisch orientierten Legungen. Sobald wir psychologisch deuten, verzichten wir gänzlich auf die Botenfunktion.
Und genau dann schlägt die Stunde der Bildsprache. Wir rufen uns keine Schlüsselwörter ab, sondern wir betrachten die Situation wie ein Gemälde. Das vereinfacht Ihre Deutung erheblich, weil die Metaphern, die dabei entstehen, universal gültig sind. Sie lassen sich auf die Liebe, den Beruf und fast jede andere Lebenssituation übertragen.
Lass uns gemeinsam anschauen, wie logisch diese Kombinationen werden, wenn wir sie bildlich betrachten.
