Kennst du das Gefühl, wenn du auf ein Kartenbild schaust und spürst, dass die reinen Schlüsselwörter der Situation nicht ganz gerecht werden? Zwar sollten wir ausreichend Bedeutungen zu den Lenormandsymbolen kennen, doch müssen wir nicht immer nach Lehrbuch kombinieren. In manchen Fällen können wir ganz intuitiv über die Bildsprache die Kombination entschlüsseln. Wir müssen uns nur fragen: Was passiert in der Szene, die die Karten uns zeigen? Wie interagieren die Symbole miteinander?
Bei bestimmten Symbolen lohnt es sich oft, die Lehrbuch-Vokabeln beiseite zu legen und stattdessen eine neue Perspektive einzunehmen. Genau das ist der Moment, in dem Lenormand lebendig wird. Besonders beim Reiter, unserer Karte für Dynamik und Bewegung, passiert etwas Spannendes, sobald er auf andere Symbole trifft.
In meiner Lehre unterscheiden wir sehr genau: Ist der Reiter als Bote unterwegs oder nicht? Als Bote ist er ein reiner Impulsgeber, der Dinge in Gang setzt – er wird in dieser Funktion nicht klassisch kombiniert. Doch es gibt viele Positionen in der Großen Tafel, wo er diese Botenfunktion ablegt – etwa in den Diagonalen, im Herzstück, in Spiegelungen, in den bewussten oder unbewussten Ebenen oder auch abseits der Großen Tafel in kleinen, psychologisch orientierten Legungen. Sobald wir psychologisch deuten, verzichten wir gänzlich auf die Botenfunktion.
Und genau dann schlägt die Stunde der Bildsprache. Wir rufen uns keine Schlüsselwörter ab, sondern wir betrachten die Situation wie ein Gemälde. Das vereinfacht Ihre Deutung erheblich, weil die Metaphern, die dabei entstehen, universal gültig sind. Sie lassen sich auf die Liebe, den Beruf und fast jede andere Lebenssituation übertragen.
Lass uns gemeinsam anschauen, wie logisch diese Kombinationen werden, wenn wir sie bildlich betrachten.
1. Reiter + Baum: Die heilsame Rast

Stell dir die folgende Szene vor: Der Reiter ist auf seiner Mission unterwegs, doch dann trifft er auf den Baum. Was tut er? Er steigt ab. Er lehnt sich an den Stamm, lässt das Pferd grasen.
- Das Bild: Während seiner Mission legt der Reiter an einer alten Eiche eine Rast ein.
- Die Deutung: Hier geht es darum, zur Ruhe zu kommen. Es ist der wichtige Zustand, einmal herunterzufahren, für Erholung zu sorgen und sich aktiv auszuruhen, um die Batterien wieder aufzuladen. Keine erzwungende Blockade, sondern ein natürliches Innehalten für die Gesundheit und Stabilität.
2. Reiter + Wolken: Der Ritt in den Nebel
Nun ändert sich das Wetter in unserem Bild. Der Reiter galoppiert voran, doch plötzlich zieht eine dichte Nebelwand auf. Er sieht den Weg nicht mehr.
- Das Bild: Der Reiter gerät in eine Nebelwand und verliert die Orientierung.
- Die Deutung: Das beschreibt perfekt das „Labyrinth-Gefühl“. Man weiß einfach nicht, wie es weitergeht. Es steht für unsicheres Verhalten. Man ist verwirrt, wird vielleicht in die Irre geführt oder führt andere (unbewusst) in die Irre. Man hat den Durchblick verloren.
3. Reiter + Brief: Die Schriftrolle in der Hand
Hier greifen wir auf ein sehr klassisches Bild zurück. Wir sehen den Reiter, der tatsächlich etwas Physisches bei sich trägt – vielleicht eine Schriftrolle, wie ein historischer Kurier, oder das Bild des klassischen Postboten.
- Das Bild: Der Reiter trägt eine Schriftrolle bei sich.
- Die Deutung: Hier steht der Austausch im Vordergrund. Es geht um Nachrichten, Informationen oder Dokumente, die übergeben werden. Die Deutung liegt hier nah am klassischen „Kommunikations“-Thema, jedoch mit mehr Dynamik und Intensität. Es kann sich also um einen regen Austausch handeln oder um intensive Kommunikation.
4. Reiter + Sonne: Der strahlende Sieger

Siehst du den strahlenden Reiter? Die Sonne scheint ihm ins Gesicht, er sitzt aufrecht, vielleicht glänzt seine Rüstung. Er reitet nicht einfach nur, er präsentiert sich.
- Das Bild: Ein stolzer Reiter, der seinen Sieg feiert.
- Die Deutung: Das ist pure Energie! Es zeugt von starkem Selbstvertrauen. Man ist energiegeladen und erfüllt. Dieses Bild symbolisiert großen Stolz, Zufriedenheit und den Willen, das Beste aus sich oder einer Situation herauszuholen. Ein Bild des Triumphs.
5. Reiter + Turm: Die Kontrolle am Stadttor
Der Reiter will vorwärts, doch der Turm versperrt den Weg. Es ist wie an einem alten Stadttor: Wachen stehen davor, man kann nicht einfach durchpreschen. „Halt, wer da?“ Der Reiter muss sein Tempo zügeln und innehalten.
- Das Bild: Am Stadttor wird der Reiter und seine Fracht von Wachen geprüft.
- Die Deutung: Hier erleben wir einen „Check“. Es ist ein unfreiwilliger Stillstand oder einen Schritt zurück. Man wird ausgebremst. Es bedeutet, Grenzen gesetzt zu bekommen oder selbst Grenzen zu setzen und etwas einzuschränken. Die freie Fahrt ist hier vorbei.
6. Reiter + Kind: Der Narr beginnt seine Reise
Erinnerst du dich an die Karte „Der Narr“ im Tarot? Ein ähnliches Bild entsteht hier. Ein Reiter, der vielleicht noch sehr jung ist, ungestüm und fröhlich, der einfach losreitet, ohne an Gefahren zu denken.
- Das innere Bild: Bild des Narren – unbekümmert und frei.
- Die Bedeutung: Hier herrscht starke Dynamik! Man möchte etwas mit Leben füllen oder es gibt ein rasantes Wachstum. Aber Vorsicht: Es kann auch bedeuten, dass man etwas übers Knie bricht. Dieses Bild steht für unreifes Handeln, infantiles Verhalten oder Leichtsinn. In einem anderen Kontext ist es eine wunderbare Energie, um für Aufmunterung zu sorgen oder Mut zu haben.
Entdecke in diesem Blogartikel Kombinationen mit dem Reiter für Liebe & Beziehung.
7. Reiter + Haus: Endlich zu Hause
Wir wissen alle, was es bedeutet, nach einem langen Tag nach Hause zu kommen, die „Rüstung“ abzulegen, Hausschuhe und Pyjama anzuziehen und sich einfach nur noch wohlzufühlen.
- Das innere Bild: „Komfortzone“
- Die Bedeutung: Hier geht es um Privatsphäre, darum ganz sich selbst sein und feiern zu dürfen. Sich mit dem Vertrauten zu verbinden und in die Komfortzone fallen zu lassen. Das tiefe Gefühl von Ankommen – in seinem eigenen Nest, dort wo es am schönsten ist. Wir kümmern uns um Privates, Familiäres und Persönliches.
Der Weg zur sicheren und erfolgreichen Deutung

Die Bildsprache ist ein wunderbarer Einstieg, um Karten in kleinen Legungen lebendig zu machen. Doch um Lenormand wirklich in der Tiefe zu verstehen und seriös anzuwenden, braucht es ein solides Fundament. Willst du weg vom reinen „Bauchgefühl“ und hin zu echtem Wissen, das dir Sicherheit in jeder Legung gibt?
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